Wer Objekte aus seiner Maklersoftware auf die eigene Website bringen will, stösst früher oder später auf ein Wort: OpenImmo. Es klingt nach einem Produkt, ist aber keines. OpenImmo ist ein Dateiformat, auf das sich die Anbieter von Maklersoftware vor über zwanzig Jahren geeinigt haben, damit Objektdaten nicht für jedes Portal neu aufbereitet werden müssen.
Dieser Beitrag erklärt, was beim Übertragen tatsächlich passiert, was die Schnittstelle leisten kann und welche drei Dinge in der Praxis am häufigsten schiefgehen.
Was OpenImmo eigentlich ist
OpenImmo beschreibt, wie ein Objekt in einer XML-Datei aussieht: Objektnummer, Adresse, Preis, Wohnfläche, Zimmerzahl, Ausstattung, Texte, Bilder, Ansprechpartner, Vermarktungsart. Ihre Maklersoftware schreibt diese Datei, das empfangende System liest sie. Beide müssen sich nicht kennen, sie müssen nur dasselbe Format beherrschen.
Praktisch alle gängigen Maklerprogramme können OpenImmo exportieren. Genau darin liegt der Wert: Sie sind nicht an einen Anbieter gebunden. Wechseln Sie die Software, bleibt das Format dasselbe.
OpenImmo ist kein Anschluss, den man kauft. Es ist eine gemeinsame Sprache, die Ihre Software ohnehin schon spricht.
Wie die Übertragung abläuft
Eine OpenImmo-Übertragung besteht aus drei Schritten, und keiner davon passiert in Echtzeit.
1. Die Maklersoftware legt ein Paket ab
Ihre Software packt die XML-Datei zusammen mit den Bildern in ein ZIP-Archiv und lädt es per FTP oder SFTP in einen Ordner auf Ihrem Server. Den Zugang dafür legen Sie bei Ihrem Hoster an, nicht in der Software und nicht im Plugin. Das ist der Schritt, den viele unterschätzen: Ohne FTP-Benutzer beim Hoster passiert gar nichts.
2. Die Website liest das Paket ein
Ein Plugin auf der Website schaut in diesen Ordner, entpackt das Archiv, liest die XML-Datei und legt je Objekt einen Eintrag an. Bilder werden heruntergeladen und in die Mediathek übernommen.
Ob ein Objekt neu angelegt oder aktualisiert wird, entscheidet die Objektnummer. Sie ist der Schlüssel. Kommt dieselbe Nummer erneut, wird der vorhandene Eintrag überschrieben statt ein zweiter angelegt. Ohne diesen Abgleich hätten Sie nach drei Lieferungen jedes Objekt dreimal auf der Seite.
3. Der Bestand wird abgeglichen
Eine OpenImmo-Lieferung sagt nicht nur, welche Objekte es gibt, sondern auch, was mit den übrigen geschehen soll. Verkaufte Objekte werden als verkauft gemeldet, zurückgezogene mit einem Löschbefehl. Dieser Teil ist der heikelste, und er ist der Grund für den häufigsten Ärger.
Aus der Praxis: Ein Löschbefehl ist endgültig. Wenn ein Objekt fälschlich aus der Lieferung fällt und im nächsten Durchlauf ein Löschbefehl folgt, ist es samt Bildern weg. Prüfen Sie nach den ersten Lieferungen, ob die Zahl der Objekte auf der Website zur Zahl in Ihrer Software passt, bevor Sie den automatischen Import einschalten.
Was die Schnittstelle nicht leistet
Drei Erwartungen werden regelmässig enttäuscht, und es ist besser, das vorher zu wissen.
- Es ist keine Live-Verbindung. Zwischen der Änderung in Ihrer Software und der Website liegt immer eine Lieferung. Wie oft geliefert wird, stellen Sie in der Maklersoftware ein, üblich ist stündlich oder täglich.
- Es geht nur in eine Richtung. Eine Anfrage, die auf der Website eingeht, fliesst nicht über OpenImmo zurück. Dafür braucht es einen eigenen Weg, meistens eine Mail an die Software oder eine API.
- Die Datenqualität kommt aus Ihrer Software. Fehlt in der Maklersoftware der Grundriss, fehlt er auch auf der Website. Ein Import repariert keine Lücken, er vervielfacht sie nur auf ein Medium mehr.
Woran es im Alltag scheitert
| Symptom | Häufigste Ursache |
|---|---|
| Es kommt gar nichts an | Der FTP-Benutzer beim Hoster fehlt, oder die Software liefert in einen anderen Ordner |
| Objekte sind doppelt | Die Objektnummer hat sich geändert, etwa nach einem Software-Wechsel |
| Nichts aktualisiert sich mehr | Der automatische Import hängt an geplanten Aufgaben, und die laufen in WordPress nur, wenn jemand die Seite aufruft |
| Bilder fehlen | Das Paket kam an, aber der Bildabruf lief in eine Zeitüberschreitung |
Der dritte Punkt trifft besonders neue Websites. WordPress führt geplante Aufgaben nicht nach der Uhr aus, sondern wenn Besucher kommen. Auf einer Seite mit wenig Verkehr kann ein stündlicher Import deshalb faktisch einmal am Tag laufen. Abhilfe schafft ein echter Cronjob beim Hoster.
Wie das bei MG ImmoConnect aussieht
MG ImmoConnect liest OpenImmo über FTP und SFTP ein und legt je Objekt einen eigenen Eintrag in WordPress an. Drei Entscheidungen darin sind bewusst so getroffen:
- Kein Datei-Upload im Backend. Die Dateien kommen immer von Ihrer Maklersoftware in den Zielordner. Ein Upload von Hand würde einen zweiten Weg schaffen, auf dem der Bestand auseinanderläuft.
- Der automatische Import ist ab Werk ausgeschaltet. Nach der Installation passiert nichts von selbst. Sie starten den ersten Import und prüfen das Ergebnis, bevor Sie ihn laufen lassen.
- Der Import läuft als Warteschlange. Grosse Lieferungen brechen damit nicht an einem Zeitlimit des Servers ab.
Wie die Einrichtung im Einzelnen abläuft, steht in der Anleitung Erste Schritte. Was das Plugin beim Import sonst noch übernimmt, zeigt die Seite Immobilien-Import. Und wer wissen will, wie OpenImmo im Vergleich zu einer direkten API steht, findet das auf der Seite OpenImmo.